SATZUNG DER STADT SCHÖNBERG
über die 2. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 014.1 der Stadt Schönberg für das Wohngebiet "Wohnpark am Bünsdorfer Weg"
1.Teil
TEIL B-TEXT

I. PLANUNGSRECHTLICHE FESTSETZUNGEN

1. ART DER BAULICHEN NUTZUNG (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB)
in den Allgemeinen Wohngebieten sind die Nutzungen nach§ 4 Abs. 3 Nr. 3, 4 und 5 BauNVO nicht Bestandteil des Bebauungsplanes und deshalb nicht zulässig.

2. MASS DER BAULICHEN NUTZUNG (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB)
Ausnahmsweise ist in den Gebieten WA 1 und WA 5 die Errichtung von Gebäuden mit 2 Vollgeschossen zulässig, für den Fall, dass neben dem allgemein zulässigen Erdgeschoss auch das Kellergeschoss als Vollgeschoss zu zählen ist. Nach § 20 Abs. 3 BauNVO wird festgesetzt, dass die Flächen von Aufenthaltsräumen in Nicht- Vollgeschossen einschließlich der zu ihnen gehörenden Treppenräume und einschließlich ihrer Umfassungswände nicht bei der Ermittlung der Geschossfläche mitzurechnen sind.

3. GARAGEN, STELLPLÄTZE UND NEBENANLAGEN (§ 9 Abs. 1 Nr. 4 BauGB, § 12 und§ 14 BauNVO)
Garagen, Stellplätze und Nebenanlagen sind außerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen unzulässig. Garagen und überdachte Stellplätze müssen hinter der straßenseitigen Gebäudefront zurückbleiben.

4. ZAHL DER WOHNUNGEN IN WOHNGEBÄUDEN (§ 9 Abs. 1 Nr. 6 BauGB)
Die höchstzulässige Zahl der Wohnungen in Wohngebäuden wird mit maximal 2 Wohnungen je Einzelhaus bzw. 2 Wohnungen je Doppelhaushälfte begrenzt.

5. HÖHENLAGE (§ 9 Abs. 2 BauGB)
Die Oberkante des Fertigfußbodens des Erdgeschosses ist als konstruktive Sockelhöhe zu betrachten. Das Maß der Sockelhöhe bezieht sich auf den vertikalen Abstand zwischen der Erdgeschossfußbodenoberkante des Fertigfußbodens und dem Bezugspunkt. Sie ist gleich dem Schnittpunkt von Oberkante Erdgeschossfußboden und aufstrebendem Mauerwerk.
Die Traufhöhe und die Firsthöhe werden in Bezug auf die Sockelhöhe, die der Höhe des fertiggestellten Fußbodens entspricht, bestimmt. Die Traufhöhe ist der Schnittpunkt zwischen aufstrebendem Außenmauerwerk und Dachaußenhautfläche. Die Firsthöhe ist der Schnittpunkt der Dachaußenhautflächen.
Als unterer Bezugspunkt bei Höhenangaben - Traufhöhe, Firsthöhe - wird die Geländehöhe des überbaubaren Grundstückteils nach Herstellung der Erschließungsanlagen festgesetzt. Die Geländehöhe innerhalb der Gebiete ergibt sich nach Herstellung der Erschließungsanlagen und entsprechender Modellierung und Anpassung des Geländes. Die Sockelhöhe darf maximal 50 cm über dem Bezugspunkt liegen. Der Bezugspunkt wird im Schnittpunkt der Straßenseiligen Gebäudeseite mit dem nach Herstellung der Erschließung hergestellten Gelände festgelegt. Im Bezug auf die straßenseitige Gebäudefront gilt dies sowohl auf privaten Erschließungsflächen als auch auf öffentlichen Erschließungsflächen. Ausnahmen von den Festsetzungen zur Höhenlage sind zulässig, wenn ihre Einhaltung zu einer unzumutbaren Härte führen würde. Die Ausnahme von der Höhenfestsetzung darf jedoch nicht zu einer Verletzung der städtebaulichen Grundzüge der Planung führen.

II. BAUORDNUNGSRECHTLICHE FESTSETZUNGEN (§ 9 Abs. 4 BauGB i.V. mit§ 86 LBauO M-V)

1. BAUKÖRPERGESTALTUNG
Innerhalb der Baugebiete sind auf den einzelnen Baugrundstücken umfangreiche Aufschüttungen, die zu einer Veränderung des natürlichen Geländeeindrucks führen, nach Herstellung der öffentlichen Erschließungsanlagen unzulässig. Modellierungen sind nur im Zusammenhang mit der Einbettung des Gebäudes und zur harmonischen Angleichung des Geländes zulässig.

2. DÄCHER
Die Dächer sind als symmetrische Sattel-, Krüppelwalm- oder Walmdächer auszubilden und mit Hartdacheindeckung zu decken. Eindeckungen mit Reet oder als Gründach sind zulässig. Glänzende und reflektierende Deckungsmaterialien sind nicht zulässig. Engobierte Dacheindeckungen sind zulässig. Dachneigungen werden für die Hauptgebäude gemäß Nutzungsschablone festgesetzt.
Innerhalb der Gebiete WA 1 und WA 5 sind für flachgeneigte Dächer auch Dachdeckungen aus Stehfalzblechen zulässig.
Liegende Dachfenster und Dachaufbauten sind zulässig, wenn sie insgesamt 20 % der jeweiligen Dachfläche nicht überschreiten. Die Länge der Dachaufbauten darf nicht mehr als 50 % der zugehörigen Hausseite betragen. Zu den Ortgängen ist ein Abstand von mindestens 1,50 m einzuhalten. Zwischen der Traufe und dem Dachaufbau müssen mindestens 3 Dachziegelreihen durchgehen.
Bei Garagen und Nebengebäuden sind die Festsetzungen zur Dachneigung und Dacheindeckung nicht zwingend.

3. AUSSENWÄNDE
Zur Gestaltung der Außenwände sind nicht zulässig:
hochglänzende Baustoffe
kleinteiligere Baustoffe als dünnformatige Ziegel bei Verblendmauerwerk.
Auflockerungen der Fassade durch Erker, Loggien und betonte Eingangsbereiche sind zulässig.

4. EINFRIEDUNGEN
Einfriedungen von Grundstücken zur Erschließungsstraße hin sind bis zu einer Höhe von 1,00 m bezogen auf die Fahrbahnhöhe der zugehörigen Erschließungsfläche zulässig.

5. ABFALLBEHÄLTER
Innerhalb des Geltungsbereiches sind Abfallbehälter auf dem eigenen Grundstück unterzubringen. Am Entsorgungstag sind die Abfallbehälter durch die jeweiligen Grundstückseigentümer auf den dafür festgesetzten Müllbehältersammelplätzen bereitzustellen, sofern die Grundstücke nicht selbst anfahrbar sind.

6. GESTALTUNG VON VERKEHRSANLAGEN UND WEGEN
Als Befestigungsarten für den verkehrsberuhigten Bereich, die öffentlichen Parkflächen und die Gehwege sind kleinteilige Baustoffe zu verwenden. Geh- und Radwege innerhalb oder außerhalb öffentlicher Grünflächen sind mit wassergebundenen Decken zu befestigen. Sie können auch mit Verbundpflaster oder Pflasterrasen ausgebildet werden.

7. BEFESTIGUNG VON FLÄCHEN AUF PRIVATEN GRUNDSTÜCKEN
Die Befestigung von privaten Stellplätzen und deren Zufahrt sowie von Zufahrten zu Garagen ist mit wasserdurchlässigen Materialien und/oder Rasengittersteinen und/oder großfugig verlegtem Steinpflaster ohne Fugenverguss zu gestalten. Ein wasserundurchlässiger Unterbau ist nicht zulässig.

8. WERBEANLAGEN
ln den WA-Gebieten sind Werbeanlagen nur als Schilder an Zäunen und an den Hauswänden bis zu einer Größe von 0,30 m x 0,60 m zulässig. Es dürfen keine selbstleuchtenden Werbeanlagen verwendet werden. Werbeanlagen sind an der Stätte der Leistung zulässig.

9. FESTSETZUNG ZU BUSSGELDERN
Wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen die gesetzlichen Festsetzungen verstößt, handelt rechtswidrig im Sinne des § 84 Abs. 1 Nr. 1 LBauO M-V und kann mit Bußgeld geahndet werden.